In der Mitte des letzten Jahrhunderts war das Bild eines „Altersheims“ ein gänzlich anderes als es die modernen Pflegeheime darstellen. Mit zunehmendem Alter entschied man sich in eine Art Wohnheim mit Pflegeunterstützung zu gehen. Auch im Haus Wittelsbach waren zu diesen Zeiten von rund 190 Bewohnern nur etwa ein Fünftel tatsächlich umfassender pflegebedürftig. Manche Menschen wohnten mehrere Jahrzehnte im Haus Wittelsbach und gingen sogar von hier aus noch auf längere Reisen.

Es gab zum Jahrtausendwechsel einige Reformen in der Pflegeversicherung und das führte dazu, dass Menschen nur mit einem Pflegegrad (früher Pflegestufe) ein Anrecht auf finanzielle Unterstützung der Pflegekosten hatten. Diese Pflegegradewurden von medizinischen Diensten ausgestellt und so änderte sich das Bild der Bewohner, auch im Haus Wittelsbach, grundlegend. Heute leben noch 22 „Rüstige“ im Haus. Das Konzept der „Rüstigen“ ist in den modernen Pflege- und Sozialleistungen nicht mehr vorgesehen. Gefördert werden nunmehr neue Wohnformen in der Pflege. Sie heißen u.a. „Betreutes Wohnen“.

2011 wurde ein Pflegewohnqualitätsgesetz auf den Weg gebracht. Es wurde gesetzlich festgelegt, welche baulichen Voraussetzungen ein Pflegeheim haben muss, um langfristig in Kooperation mit der Heimaufsicht und den Pflegekassen, Menschen in der Pflege versorgen zu dürfen. Häuser, die nicht diesen Voraussetzungen entsprechen, müssen entweder umbauen oder nach einer vorgegebenen zeitlichen Frist schließen.

2015 hat sich der Vorstand des Deutschen Vereins für Gesundheitspflege e.V. (dem Vorgänger des aktuellen Trägers) dazu entschlossen, das Haus Wittelsbach umfassend umzubauen um den Erfordernissen des in der Fachsprache „AVPfleWeqG“ genannten Gesetzes langfristig nachzukommen. 2018 begann der Bau, der sich noch bis zum Jahr 2023 erstrecken wird.

Der erste Bauabschnitt ist diesen Sommer abgeschlossen und seit August dieses ahres wohnen 56 Seniorinnen und Senioren im neuen „Süd-Flügel“ des Hauses.

Der nächste Bauabschnitt wird laut aktuellem Plan im Frühherbst 2021 abgeschlossen sein. Da die Bauplanung es zwingend vorsah, dass die nächsten Hausabschnitte gemeinsam umgebaut werden müssen, werden die 32 renovierten Zimmer im dann neu eröffneten „B-Flügel“ als Doppelzimmer eingerichtet. So können wir allen 64 pflegebedürftigen Bewohnern aus dem mittleren Gebäude (M-Haus) und dem nördlichen Flügel (A-Haus) einen modern gestalteten Pflegeplatz anbieten und damit gewährleisten, dass sie auch während der nächsten Bauphase im Haus Wittelsbach wohnen bleiben.

Somit haben wir in der Zeit vom Herbst 2021 bis zum Frühjahr 2023 64 Pflegeplätze im Doppelzimmer und 56 im Einzelzimmer. Wenn der Bau abgeschlossen ist, werden weitere 27 Einzelzimmer dazukommen, sodass voraussichtlich 115 moderne Einzelzimmer für den Pflegebetrieb geschaffen worden sind. Geplant ist, dass ab dann sukzessive alle Bewohner in ein eigenes Zimmer umziehen. In den oberen beiden Fluren des Mittelgebäudes (Haus M) und im kompletten Nordflügel (Haus A) werden 36 Ein- und Zweiraum-Apartments für Betreutes Wohnen entstehen. Hier findet sich zukünftig Platz für bis zu 60 rüstige Senioren. So folgen wir den veränderten Vorgaben der Pflegeversorgung.

Generell müssen alle Umbaukosten der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden. Sie beurteilt die Kosten und legt fest, bis zu welcher Höhe Investitionsaufwendungen pro Platz und Tag erhoben werden dürfen und was nicht in diese Berechnung mit einbezogen wird. Wie schon in vorherigen Schreiben angeklungen, unterscheiden diese anzurechnenden Investitionskostensätze zwischen Altbau und Neubau, sowie Einzelzimmer- und Doppelzimmerplatz.

Da die Investitionskosten streng an die tatsächlich investierten Kosten gebunden sind, sind die Steigerungen auch eng an die Umbaumaßnahmen (und Instandhaltungskosten) gebunden. Wie sich die Entwicklung der Investitionskostensätze ab Herbst 2021 gestaltet, wird von den Vorgaben und der Entscheidung der Regierung von Oberbayern abhängen.

Bis zum Abschluss des Umbauprozesses zum August 2021 sind wir bemüht, für jeden Bewohner die passgenaueste Lösung zu finden, und möchten daher wir mit Ihnen direkt ins Einzelgespräch gehen. Da manche Bewohnerinnen und Bewohner auch schon den Wunsch geäußert haben, entweder direkt, oder mit möglichst kurze Unterbrechung in einem Doppelzimmer in Haus B, vom aktuellen Einzelzimmer in ein Zimmer im Haus C umzuziehen, haben die Planungsvorbereitungen begonnen.

Dieses Projekt braucht außer einer genauen Vorbereitung auch Zeit für Gespräche mit den Angehörigen, um individuelle Lösungen zu finden.

Ich danke Ihnen für Ihr schon so oft ausgedrücktes Verständnis in der Umbauphase und freue mich, Ihnen, bzw. Ihren Lieben, ein modernes und rundum gelungenes Pflegewohnen zu ermöglichen.

Bleiben Sie behütet

Der Heimleiter

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