Stellen wir uns einmal zwei Männer vor: Einer hat kein Geld und der andere hat 1.000 €. Der ohne Geld bekommt auf einmal unerwartet 50 €. Der andere verliert auf einmal 300 €. Wer von den beiden ist wohl glückllicher?

Unsere Antwort auf diese Frage sagt etwas darüber aus, wie wir unser Leben sehen. Schauen wir auf das, was wir noch haben oder auf unsere Verluste?
Im obigen Beispiel hat der eine Mann noch 700 € und damit vierzehnmal mehr als der andere Mann. Hat er nicht Grund genug, immer noch zufrieden und glücklich zu sein?
Wir leiden unter den Einschränkungen, die die Corona-Krise mit sich brachte. Ja, die Einschränkungen tun manchmal weh.
In einer Familie ist eine Tante gestorben und die Angehörigen konnten wegen den dort geltenden Beschränkungen nicht an der Beerdigung teilnehmen.
Wir verlieren alle im Laufe unseres Lebens Jugend, Kraft, Schönheit, Gesundheit. Sollten wir aber nicht froh und dankbar sein für das, was wir noch haben und möglicherweise sogar noch gewinnen, zum Beispiel Weisheit?
Und was wir alles noch haben: Frieden, eine Wohnung, genügend zu Essen und anzuziehen, liebe Menschen um uns herum, keine großen Naturkatastrophen. Wir können zum Arzt gehen, ohne uns frangen zu müssen, ob wir uns das leisten können. Wir sehen, hören, riechen, tasten fühlen.
Was dies alles Wert ist, merken wir meist erst, wenn wir es nicht mehr können.
Auch die Bibel fordert uns auf, das Positive zu sehen. In Philipper 4,4-8 schreibt der Apostel Paulus, der viel Schweres erlebt hat: „Freut euch zu jeder Zeit, dass ihr zum Herrn gehört. Und noch einmal will ich es sagen: Freut euch! Alle Menschen sollen eure Güte und Freundlichkeit erfahren. Der Herr kommt bald! Macht Euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt und dankt ihm! Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid. Schließlich, meine Brüder und Schwestern, orientiert euch an dem, was wahrhaftig, vorbildlich und gerecht, was redlich und liebenswert ist und einen guten Ruf hat. Beschäftigt euch mit den Dingen, die auch bei euren Mitmenschen als Tugend gelten und Lob verdienen.“
Diese dankbare Einstellung wünsche ich uns allen.

Seniorenheim Wittelsbach in Bad Aibling